HLF 20 im Grenzbereich: Fahrsicherheitstraining in Schlüsselfeld
Am Montag nahmen unsere beiden Maschinisten und Gerätewarte Tim und Tobias an einem intensiven Fahrsicherheitstraining im ADAC Nordbayern-Fahrsicherheitszentrum in Schlüsselfeld teil. Mit dabei: unser HLF 20.
Das Fahrsicherheitstraining wurde in Zusammenarbeit mit der kommunalen Unfallversicherung sowie dem Kreisfeuerwehrverband Bad Kissingen ins Leben gerufen. Neben unserer Wehr nahmen auch die Feuerwehren aus Thulba, Oberthulba, Fridritt, Reiterswiesen, Rupboden und Westheim teil.
Sicher am Einsatzort ankommen – das ist die oberste Priorität bei jeder Alarmierung. Doch Einsatzfahrten unter Inanspruchnahme von Sonder- und Wegerechten stellen die Fahrer oft vor extreme Herausforderungen. Stress, unübersichtliche Verkehrssituationen und nicht zuletzt das Gewicht und die Fahrphysik unserer Großfahrzeuge verlangen den Maschinisten alles ab.
Um für diese Situationen bestmöglich gerüstet zu sein, machten sich Tim und Tobias gestern Nachmittag auf den Weg nach Schlüsselfeld. Das intensive Training erstreckte sich bis in die Abendstunden. Ziel war es, das Fahrverhalten unseres Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF 20) in kritischen Situationen kennenzulernen und die Beherrschung des Fahrzeugs weiter zu perfektionieren. Dass ein Teil der Übungen in der Dämmerung und Dunkelheit stattfand, sorgte für noch realistischere Einsatzbedingungen.
Unter der Anleitung erfahrener ADAC-Instruktoren standen verschiedene Szenarien auf dem Programm:
- Gefahrenbremsungen: Wie verhält sich das schwere Fahrzeug bei einer Vollbremsung auf griffiger, nasser oder spiegelglatter Fahrbahn?
- Ausweichmanöver: Schnelles Reagieren bei plötzlich auftauchenden Hindernissen (z. B. Wasserhindernissen).
- Slalomfahrten: Präzises Lenken, schnelles Umgreifen am Lenkrad und das korrekte Einschätzen der Fahrzeugabmessungen bei dynamischen Richtungswechseln.
- Kurvenfahrten: Das richtige Einschätzen von Fliehkräften, besonders unter Berücksichtigung des schwappenden Löschwassers im Tank.
- Fahrphysik: Grenzen des Fahrzeugs sicher ertasten und verstehen, wie elektronische Helfer (ESP, ABS) in Notsituationen eingreifen.
Besonders beeindruckend war für unsere beiden Gerätewarte zu spüren, wie sich der Bremsweg auf den Gleitflächen der Anlage dramatisch verlängert und wie exakt etwa beim Slalom gelenkt werden muss, um das Einsatzfahrzeug stabil zu halten. Das Training bot die seltene Möglichkeit, das HLF 20 abseits des öffentlichen Straßenverkehrs sicher an seine physikalischen Grenzen zu bringen – eine Erfahrung, die im Ernstfall entscheidend sein kann.
Tim und Tobias kehrten am späten Abend mit vielen neuen Eindrücken und gestärktem Sicherheitsbewusstsein nach Schondra zurück. Das erlernte Wissen geben sie nun im Rahmen der Standortausbildung an unsere weiteren Maschinisten weiter.
Ein großer Dank geht an den ADAC Nordbayern für die professionelle Durchführung und die wertvollen Tipps.
